Nabucco
Mit seiner dritten Oper – geschrieben in dunkler, durch eine Reihe von Todesfällen überschatteter Zeit – rettete sich Giuseppe Verdi gleichsam selbst: Mit «Nabucco» fand er zu einer eigenen musikdramatischen Sprache, für die weit ausschweifende Linien und explosive Rhythmen gleichermassen charakteristisch sind. Wichtiger Protagonist in diesem Werk ist der Chor in der Rolle der durch die Babylonier gefangenen Israeliten. Vor diesem politischen Hintergrund entspinnt sich das Familiendrama mit der machtbesessenen vermeintlichen Königstochter Abigaille im Zentrum. Schliesslich überwindet auch der babylonische König Nabucco seinen Grössenwahn und entlässt die gefangenen Israeliten in die Freiheit, eine Thematik, die im Uraufführungsjahr 1842 auf offene Ohren stiess: Das italienische Publikum identifizierte sich mit den Israeliten, litt es doch selbst unter der Fremdherrschaft der Habsburger und Bourbonen … Ausgehend von diesem Konflikt entwickelten Regisseur Andreas Homoki und Dirigent Fabio Luisi in ihrer Bearbeitung ein Familiendrama, das bei seiner Premiere im Juni 2019 in Zürich vom Publikum frenetisch gefeiert wurde
