Mysteriöse Schweiz
(medientipp) Ein Städter fährt in die Berge – genauer ins Walliser Dorf Grimentz – um dort mehr über das jährlich stattfindende Boconet-Ritual zu erfahren. Stimmt es, dass das Auslassen des Schutzrituals mit geweihtem Käse und Brot einst eine schlimme Katastrophe über das Dorf gebracht hat? Und wie lange wird es dieses Ritual noch geben? Die Grimentzer wissen nichts von einer Katastrophe um die Jahrhundertwende und der Städter ist etwas enttäuscht über den natürlichen, fast unspektakulären Umgang mit dem Schutzritual. Jeder erzähle die Legende auf seine Weise, meint ein älterer Dorfbewohner.
Die Kurzfilmreihe „Mysteriöse Schweiz“ führt in 13 Folgen zu magischen Orten und unerklärlichen Phänomenen, welche nach wie vor in der modernen Welt präsent sind. Bereits das Signet zur Reihe erinnert stark an Fantasiefilme. Am Anfang schaffen Musik und Bildsprache eine mystisch bedrohliche Atmosphäre und bauen einen Spannungsbogen auf. Die Vorstellungen des Städters, die in einer schnellen Bildabfolge eingeblendet werden, prallen längerfristig mit der unspektakulären Praxis des legendenumwobenen Rituals zusammen. Am Ende gibt der Städter zu, dass auch er seine Sicht der Geschichte erzählt hat. Auf der Rückfahrt rätselt er immer noch weiter, was geschehen würde, wenn das Ritual einmal vergessen werde.
Die Idee zur Reihe „Mysteriöse Schweiz“ hatte der Tessiner Filmemacher Victor Tognola. Die einzelnen Folgen wurden von verschiedenen Filmemachern realisiert und betrachten aus ganz unterschiedlichen Perspektiven merkwürdige Phänomene, Praktiken und Wesen. Die 15-minütigen Filme sind ab dem 30. September auf SF1 zu sehen. Den Auftakt macht „Das Toggeli“, ein dreistes Nachtgespenst, das in der Innerschweiz sein Unwesen treibt. „Das Schutzritual“ wird am 16. Dezember ausgestrahlt.
