Mr. Kaplan
Jacobo Kaplan stellt sich mit 75 Jahren die Frage, was er in seinem Leben aussergewöhnliches geleistet hat, wie sich die Nachwelt an ihn erinnern kann. Als Kind jüdischer Eltern musste er aus Nazideutschland nach Uruguay fliehen. In Montevideo gründete er eine Familie und lebt seither seinen Alltag. Von seiner Enkelin erfährt er von einem Deutschen, den die Jungen «Nazi» nennen. Jetzt ist seine Chance gekommen, um der Nachwelt seine Spuren zu hinterlassen. Denn er ist überzeugt, dass er Geschichte schreiben wird – wie Simon Wiesenthal, der Adolf Eichmann nach Jerusalem bringen konnte, wo ihm der Prozess gemacht wurde. Auch Jacobo Kaplan will den vermeintlichen Nazi entführen und nach Jerusalem bringen, dort soll auch ihm der Prozess gemacht werden.
Wir begleiten Jacobo Kaplan bei seinen Recherchen und seinen Versuchen, Beweise gegen den Nazideutschen zu finden. Er kann den arbeitslosen, von seiner Familie verlassenen Wilson überzeugen, ihm dabei zu helfen. Jacobo Kaplan lässt sich nicht beirren, auch wenn ihn seine Familie je länger je mehr als Verrückten sieht. Er ist von seiner Mission überzeugt, der Welt seine Spuren zu hinterlassen. Der Film besticht dadurch, dass Fantasien zu Wahrheiten werden könnten – eine feine Komödie mit Tiefgang.
Christine Ris, Interfilm Schweiz*
«Mr. Kaplan», Uruguay 2014, Regie: Álvaro Brechner, Besetzung: Héctor Noguera, Néstor Guzzini, Rolf Becke; Verleih: trigon-film, Internet: http://www.trigon-film.org/de
Kinostart: ab 20. August (in St. Gallen, Zug, Baden), 27. August (in Zürich, Basel, Bern, Aarau), 30. August (in Solothurn, Brugg)
*Christine Ris ist Mitglied im reformierten Arbeitskreis Kirche und Film. In loser Folge schreiben Pfarrpersonen und kirchliche Mitarbeitende aus dem Arbeitskreis Filmtipps.
«Seret – Kino aus der jüdischen Welt» zeigt «Mr. Kaplan» im Rahmen einer Matinée am Sonntag, 23. August, um 12:00 Uhr im Kino Arthouse Movie 2 am Nägelihof 4 in 8001 Zürich. Vor der Visionierung gibt es eine kurze Einführung.
http://www.seret.ch
