Me and you and everyone we know
Dieser Film beglückt! Voller Phantasie und in bunten Farben erzählt er von Richard, dem frisch geschiedenen Schuhverkäufer, und Christine, einer Künstlerin, die nebenbei Seniorentaxi fährt. Dann sind da Richards Söhne, die via Internet und Nachbarsmädchen mehr oder weniger freiwillig erste sexuelle Erfahrungen machen. Und noch weitere Nebenfiguren beleben die Leinwand mit ihren Schwächen und Stärken. Was alle eint, ist die Sehnsucht nach Verständnis, nach einem Gegenüber, nach Liebe. Schlicht, es ist die Suche nach Glück, bei der sich so mancher selbst im Weg steht.
Regisseurin Miranda July ist selbst Videokünstlerin und stellt die weibliche Hauptrolle dar. Mit dem Medium Film spielt sie gekonnt. Sie inszeniert traumwandlerisch, ohne ins Kitschige zu kippen. Selbst bei gewagten Szenen wird es nicht geschmacklos. Und in einigen magischen Momenten wird offenbar, wie einfach und nah doch das Glück sein kann. So leicht wurde schon lange nicht mehr von den Mühen des Alltags und des Erwachsenwerdens erzählt. Gerne verlässt man das Kino mit dem Gefühl, dass das Leben gar nicht so schwer ist, wenn man sich nur traut, es zu leben.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«Me and you and everyone we know», USA 2005, Regie: Miranda July, Besetzung: Miranda July, John Hawkes, Carlie Westermann; Verleih: Frenetic Films, Internet: http://www.frenetic.ch
Kinostart: 23. Februar 2006
