Mauerkinder – Die 60er Jahre in Berlin

Kinder, die in den 60ern zu Jugendlichen im geteilten Berlin heranwachsen, wollen nicht werden, wie ihre Eltern – sie haben von der Kalten-Kriegs-Mentalität die Nase voll. Monika Joost-Liebich, im Wedding aufgewachsen, erinnert sich an Tante Lotte, die im Ostteil der Bernauer Strasse wohnte und nicht flüchten wollte, weil sie glaubte, dass die Mauer nur von kurzer Dauer sei. Florian Havemann wunderte sich als Kind, warum die Strasse plötzlich nicht mehr Stalins Namen tragen durfte.  Roland Stelter, aufgewachsen im Wedding, weiss noch genau, wie es wegen seiner langen Haare und seinem Protest gegen den Vietnamkrieg grossen Ärger mit dem Vater gab. Elke Bitterhof lebte in Ost-Berlin und schockte ihre prowestlich eingestellten Eltern als sie in die FDJ eintrat. Sabine Korsukéwitz, in West-Berlin aufgewachsen, wollte nicht werden wie ihre Mutter. Abhängig vom Mann zu sein, kam für sie nicht infrage. Die wilden 1960er-Jahre haben die Zeitzeugen bis heute geprägt