Matera – Kulturhauptstadt 2019
Mitten in Europa und doch irgendwie fremd: Das süditalienische Matera vereint den archaischen Eindruck antiker Höhlenstädte des Orients mit den Elementen europäischer Baukunst. In grob behauenen Felsen dämmern die Fresken byzantinischer Mönche, während von der romanischen Kathedrale die Glocken läuten. Im barocken Palazzo Lanfranchi ziehen verhärmte Gestalten auf den Gemälden eines Carlo Levi vorüber, während fröhliche Touristen sich in steilen Gassen und gestylten Höhlenhotels verlieren. In Matera fliessen 9’000 Jahre Geschichte zusammen, in Raum und Zeit. Das einzigartige Höhlen-System geriet in Vergessenheit über der «nationalen Schande», die in den 50er Jahren zur Räumung der Höhlenwohnungen führte, nachdem der verbannte Arzt und Künstler Carlo Levi in seinem Roman «Christus kam nur bis Eboli» auf die elenden Lebensbedingungen der Menschen in der Region Basilicata hingewiesen hatte. Junge Leute wie der heutige Bürgermeister Raffaello De Ruggieri sorgten dafür, dass das steinerne Erbe vor dem Verfall und Plünderern gerettet wurde und wieder Leben in die Sassi einzog
