makro: Kühe für Katar

Der Zugang auf dem Landweg ist dicht. Katar reagierte mit Mega-Investitionen in Infrastruktur und Wirtschaft. Der kleine Staat auf der Halbinsel vor Saudi-Arabien will sich aus dem Klammergriff lösen. Dabei ist ausgerechnet ein Kuhstall zur Pilgerstätte des Widerstands geworden. Zugegeben, ein grosser: Mitten in der Wüste wurde eine gigantische, vollautomatisierte Milchfarm aus dem Sand gestampft. 20‘000 Kühe sollen hier künftig für Milch, Joghurt und Fleisch «made in Quatar» sorgen. Die ersten 3‘500 Kühe wurden dafür kurzerhand eingeflogen. Jetzt werden die Kühe mit dem Schiff geliefert. Schwarzbunte Holsteiner aus allen Teilen der Welt. Auch das Futter wird per Schiff herbeigeschafft, das Wasser für die Tiere aufbereitet. Ein gigantischer Aufwand. Ein Muskelspiel. Und Teil eines grösseren Plans, mit dem Katar alternative Wirtschaftszweige zum lukrativen Gas-Geschäft aufbauen will. Hierfür macht der Staat Zugeständnisse an ausländische Investoren, richtet Freihandelszonen ein und wirbt gezielt auch um deutsche Firmen