Maggie’s Plan

Die New Yorkerin Maggie ist Mitte Dreissig und wünscht sich ein Kind. Den Mann dazu jedoch nur in Form seines Samenbechers, denn lange Beziehungen sind nicht so ihr Ding. Kaum hat sie einen ehemaligen Kommilitonen für ihr Vorhaben gewinnen können, verliebt sie sich aber in ihren Berufskollegen John, einen gefrusteten Anthropologie-Professor, der sich gerade als Autor versucht. Dumm nur, dass dieser mit der erfolgreichen Professorin Georgette verheiratet ist, mit der er zwei Kinder hat.
Drei Jahre später hat Maggie ihre Tochter, steckt aber dafür in einer Beziehung mit John fest, der sein Ego mehr liebt als seine Partnerin und seine Kinder. Deshalb stellt sie sich die Frage, ob man den Mann nicht einfach der Exfrau zurückschustern kann.

Rebecca Miller, Tochter des Schriftstellers Arthur Miller, wandelt mit ihrer intellektuellen New Yorker Screwball-Komödie auf den Spuren von Woody Allen, ist dabei aber weniger verkopft. Dennoch sind ihre Figuren (für europäische Augen und Ohren) immer noch schrullig genug, werfen sich in komische Klamotten, um den individuellen Charakter zu unterstreichen und reden seltsam daher. Lässt man sich aber auf diesen etwas sperrigen Charme ein, wird man mit einer eher ungewöhnlichen Lovestory, allerlei Wortspielereien und ziemlich gut aufgelegten Schauspielern bestens unterhalten. Romantisch ist das Ganze nicht, aber durchaus witzig und vielleicht näher am Leben als so viele Liebeskomödien, die es unbedingt sein wollen.

Sarah Stutte, Filmjournalistin

«Maggie’s Plan», USA 2015, Regie: Rebecca Miller, Besetzung: Greta Gerwig, Julianne Moore, Ethan Hawke; Verleih: Frenetic Films, Homepage: http://www.frenetic.ch

Kinostart: 18. August 2016