Männer al dente (Mine vaganti)
Ein schwules Coming-out sollte im 21. Jahrhundert kein grosses Problem mehr sein. Im süditalienischen Städtchen Lecce, wo noch die erzkatholische Ordnung herrscht, gehen die Uhren aber noch etwas anders. Hierher kommt Tommaso Cantone (Riccardo Scamarcio) zurück, nachdem er in Rom nicht etwa Wirtschaftswissenschaften, sondern heimlich Literatur studierte. Schriftsteller möchte er werden und keinesfalls in die Nudelfabrik seiner Eltern einsteigen. Ausserdem muss er dem stockkonservativen Vater Vincenzo (Ennio Fantastichini) endlich gestehen, dass er homosexuell ist. Beim Abendessen kommt sein älterer Bruder Antonio (Alessandro Preziosi) ihm jedoch überraschend zuvor: «Ich bin gay, homosexuell, ’ne Schwuchtel, schwul, ’ne Tunte», erklärt er dem geschockten Papa, der seinen Erstgeborenen verstösst und prompt einen leichten Infarkt erleidet. Ein weiteres Geständnis würde den Alten unweigerlich ins Grab bringen, und so steckt Tommaso nun in der Klemme. Die respektlose und zugleich gefühlvolle Gender-Komödie (IT 2010) von Ferzan Ozpetek rüttelt am Eckpfeiler der italienischen Gesellschaft
