Ma famille africaine

Das Geld ihres Präsidenten ist in der Schweiz – wenn das kein guter Grund für Léa ist, ebenfalls die Elfenbeinküste zu verlassen und nach Zürich zu gehen. Hier lernt sie den Filmemacher Thomas kennen und lieben. Die Beziehung zwischen der selbstbewussten Afrikanerin und dem sympathischen, zuweilen recht «typischen» Schweizer macht er selbst zum Gegenstand einer gewitzten und doch ernsthaften Dokumentation. Es ist eine Annäherung an das eigene Leben, an der er das Publikum teilhaben lässt: Beziehungsalltag in der Schweiz, Geburt eines Kindes, Leas Ausbildungspläne. Der gemeinsame Aufenthalt in Abidjan führt Thomas nicht nur zu zahlreichen neuen Verwandten, sondern konfrontiert das Paar auch mit der Frage, ob und wie sie diese von Europa aus unterstützen können. Kein Wunder, dass sich die beiden wegen Geld in die Haare geraten.

Schonungslos und selbstironisch porträtiert der Film die Beziehungsdynamik eines jungen Paares aus zwei Kontinenten. Wie alle Liebenden müssen sich Léa und Thomas miteinander auseinandersetzen, um sich umarmen zu können. Mit ihrer Liebe rückt auch ein Teil des Globus näher, den wir zumeist nur aus der Tagesschau kennen, wenn es einmal lapidar heisst, dass in den bisherigen drei gemeinsamen Jahren in Léas Heimat dreimal geputscht wurde.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

„Ma famille africaine“, Schweiz 2004, Regie: Thomas Thümena; Verleih: HUGOFILM, Internet: http://www.hugofilm.ch

Kinostart: 10. Februar