Ludwig II.

Bayern, 1864: Der junge und zarte Ludwig II. (Helmut Berger) wird zum König von Bayern gekrönt. Enthusiastisch fördert er einen der wichtigsten Komponisten des 19. Jahrhunderts, Richard Wagner (Trevor Howard), und die Arbeiten an einigen der berühmtesten Bauwerke der deutschen Geschichte, darunter Schloss Neuschwanstein. Doch die Tiefschläge in seiner Amtszeit, hervorgerufen durch innen- und aussenpolitische Verwicklungen, gehen nicht spurlos an dem «Märchenkönig» vorüber. Verzweifelt sucht er Trost und Anerkennung und findet sie zunächst bei Cousine Elisabeth «Sissi» (Romy Schneider), Kaiserin von Österreich-Ungarn. Der einsame und sensible König, der die Kunst den politischen Pflichten vorzieht, unterliegt zunehmend seinem Seelenleiden. Vermehrt zieht er sich zurück, investiert Unsummen in Kunst und Vergnügen und leidet an dem Versteckspiel, zu dem ihn seine Homosexualität zwingt. Luchino Visconti zeigt mit seinem «Ludwig II.» (IT 1972) einen zerrütteten König, der im Prunk des 19. Jahrhunderts zwischen royaler Pflicht und dem Wunsch nach Freiheit seinen eigenen Platz nie wirklich findet