Love Rituals: Mit Charlotte Roche in Japan
Um die Magie des Zusammenseins immer und immer wieder heraufzubeschwören, gibt es überall auf der Welt Liebesrituale. Sie wirken manchmal so bizarr und seltsam, dass sich die westlichen Wesen aus Deutschland, Frankreich, Europa einfach gestrickt vorkommen. Und doch erkennt man den tieferen Sinn, eine universelle Gültigkeit der zugrundeliegenden Motive, die auch die westlichen Liebeswirren ansprechen. Charlotte Roche besucht das Kanamara-Matsuri in Kawasaki. Einmal im Jahr werden dort grosse Phallusse durch die Strassen getragen, Mädchen lutschen an Penis-Lollis und Jungs an Zucker-Vaginas, während ältere Damen aus Rettichen Phallusse anfertigen und die lokalen Parteivorsitzenden sich vor Holzpenissen verbeugen. Es ist ein uraltes Ritual und es soll das Wissen um eine gesunde Portion Sex in den Köpfen der Japaner verankern. Wie passt das also zusammen, dieser visuelle Overkill an sexueller Freizügigkeit, wie er auf dem Fest gelebt wird – und die Unlust der Japaner?
