Los perros
Das Leben der Chilenin Mariana (Antonia Zegers) ist grossmehrheitlich fremdbestimmt. Ihr Vater (Alejandro Sieveking) hat sie zwar zur Geschäftsführerin seiner Firma gemacht, doch mehr als eine gelegentliche Unterschrift traut er seiner Tochter kaum zu. Marianas Mann Pedro (Rafael Spregelburd) möchte sowohl über ihren widerspenstigen Hund bestimmen, den sie unter keinen Umständen anketten will, als auch über ihren Körper. Trotz ihrer 42 Jahre soll seine Frau ihm noch ein Kind schenken und sich deshalb einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen. Marianas Rebellion gegen diese Fremdbestimmung beginnt, als sie aus Langeweile anfängt, Reitstunden zu nehmen. Ihr Reitlehrer Juan (Alfredo Castro) weckt in Mariana sofort erotische Gefühle. Diese verschwinden auch nicht, als Juan, ein ehemaliger Oberst des Militärs, wegen schwerer Verbrechen während des Pinochet-Regimes angeklagt wird. Marcela Said widmet sich in ihrem zweiten Spielfilm (CH/DE/ARG 2017) dem komplexen Gefüge aus Schuld, stiller Mittäterschaft und Verdrängung, welche den Umgang der chilenischen Gesellschaft mit dem Pinochet-Regime und dessen Erbe bis heute prägt
Filmtipp Juli 2018:
