Los Colores de la Montaña
«Und was ist mit dem Ball?», fragt Manuel als ob es darauf jetzt noch ankäme. Sein erster echter Fussball ist in ein Minenfeld gefallen. Konsequent aus Kindersicht erzählt «Los Colores de la Montaña» in nahezu dokumentarischem Stil vom Leben in einem kolumbianischen Bergdorf. Was mit wunderbaren Bildern beginnt, schlägt um in einen lebensbedrohenden Konflikt zwischen Guerilla und Paramilitärs. Und zwischen den Fronten stehen die Bauern mit ihren Familien. Hoffnungsvoll ist trotz allem die Ankunft einer neuen Lehrerin, die mit den Kindern die gewalttätigen Parolen am Schulhaus mit einem gemeinsamen Bild übermalt. Die Farben der Berge und die friedliche Landschaft der Kinder kommen aber nicht an gegen die harte Realität. Die Schlinge zieht sich immer mehr zusammen: Männer verschwinden und die Gewalt im Off und in Andeutungen wird immer bedrohlicher, was für das Publikum oft genauso unverständlich ist wie für die Kinder im Film. Nachdem der Vater verschleppt worden ist und die Mutter in Eile zur Flucht packt, macht Manuel noch einmal einen Versuch seinen Ball zurückzuholen. Dass ihm dies gelingt, macht Mut.
«Los Colores de la Montaña» ist der erste Spielfilm von César Arbeláez. Mit seinem eindringlichen Plädoyer für Freundschaft und Normalität in einer Welt sinnloser Kriegswirren gewann er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Preis der Ökumenischen Jury am Internationalen Filmfestival Fribourg 2011.
Brigitta Rotach, Kulturjournalistin
brigitta.rotach@access.uzh.ch
«Los Colores de la Montaña», Kolumbien/Panama 2010, Regie: Carlos César Arbeláez, Besetzung: Hernán Mauricio Ocampo, Genaro Aristizábal, Nolberto Sánchez; Verleih: Xenix Filmdistribution, http://www.xenixfilm.ch, Filmwebsite: http://www.peliculaloscolores.com
Kinostart: 15. September 2011
Zwischen Schuld und Hoffnung auf Vergebung (Festivalbericht Fribourg 2011)
