Lonesome Jim

Jim hat es in New York zu nichts gebracht. Der 27-Jährige kehrt wieder zurück in die Kleinstadt seiner Kindheit und den Schoss seiner Familie samt gluckenhafter Mutter und emotionslosem Vater. Er wird es kaum lange aushalten, doch fügt er sich zunächst teilnahmslos ein. In seiner Freizeit driftet er durch die örtlichen Bars, wo er eines Abends Anika kennen lernt. Bald schon möchte ihr kleiner Sohn in ihm einen neuen Papa sehen. Nur was möchte eigentlich Jim?

Die Figur von Jim zeigt einen jungen Mann, der sein Leben mehr beobachtet, als dass er es leben würde. Es ist in der Schwebe gehalten, ob er apathisch ist oder hochsensibel. Jedenfalls scheint es ihm unangenehm zu sein, wenn nicht gar unbekannt, Verantwortung zu übernehmen. Er ist der tragisch-komische Typ eines Verlierers, der auf seine Umgebung gewinnend wirkt, selbst wenn er nichts tut. Der Film widmet sich der Entwicklung seiner Hauptfigur, die nahezu unsichtbar scheint, weil sie nur im Kleinen geschieht und fragil bleibt. Erzählt wird in einem teils verhaltenen, teils bissigen Humor. Die jüngste Regiearbeit von Steve Buscemi trägt seine lakonische Handschrift und besticht als Kinoerlebnis gerade wegen ihrer Schlichtheit.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

«Lonesome Jim», USA 2005, Regie: Steve Buscemi; Besetzung: Liv Taylor, Casey Affleck, Seymor Cassel; Verleih: Xenix Filmdistribution, Internet: http://www.xenixfilm.ch

Kinostart: 9. Februar 2006