Les saveurs du Palais

Rührei mit Steinpilzen, frische Kräuter, die ersten Trüffel der Saison auf einer Scheibe knusprigem Brot – Hortense setzt auf die Küche ihrer Grossmutter und einheimische, frische Zutaten. Umso mehr wundert sich die ehemalige Bäuerin, als der französische Präsident sie als Köchin in seinen Palast holt. Er schwärmt von ihren Kochkünsten und schwelgt in Erinnerungen, doch pedantisch-bürokratische Angestellte, genussfeindliche Ernährungsberater und missgünstige Köche machen Hortense das Leben schwer. Nach zwei Jahren kündigt sie ihre Stelle, um in einer Forschungsstation in der Antarktis zu kochen. So rauh das Klima, so herzlich wird Hortense dort aufgenommen.

«Les saveurs du Palais» basiert auf einer realen Biografie und lebt vom Kontrast zwischen den Schauplätzen zweier Zeitebenen: Abgeschiedenheit und einfaches Leben in der Antarktis stehen Glamour und Hektik in Paris gegenüber. Wer aber eine spannende Story erwartet, die sich über die Beziehung zwischen Präsident und Köchin entwickelt, wird enttäuscht. Neben der herumwirbelnden Catherine Frot als Hortense bleiben die anderen Figuren Statisten. Vielmehr ist der Film eine sinnliche Hommage an die französische Küche – und wer auch vor Entenstopfleber nicht zurückschreckt, wird auf seine Kosten kommen. Dafür sorgen aufwändig inszenierte Aufnahmen der Speisen und Catherine Frots lustvoller und selbstverständlicher Umgang mit Zutaten und Küchengeräten.

Andrea Lüthi, Kulturjournalistin
andrea.luethi@medientipp.ch

«Les saveurs du Palais», Frankreich 2012, Regie: Christian Vincent, Besetzung: Catherine Frot, Jean D’Ormesson, Hippolyte Girardot; Verleih: Frenetic Films AG, http://www.frenetic.ch

Kinostart: neu am 10. Januar 2013