Les petites gens
Mit einer lakonischen Filmsprache, die Jim Jarmusch alle Ehre machen würde, führt der kasachische Erstlingsfilm von Nariman Turebayev mitten ins postsowjetische «Paradies». Marktwirtschaft und westliche Werte sind angesagt. In einer leblosen Hochhaussiedlung von Almaty leben Bek und Max gemeinsam in einer Wohnung, schlagen sich mit Verkaufsjobs auf der Strasse durch. Bek sucht seine grosse Liebe. Max versucht die Auswanderung nach Deutschland, um dem kasachischen Alltag zu entfliehen. Doch das Glück liegt viel näher als die beiden ahnen.
In einem Kunststück minimalistischer Inszenierung erkennen die beiden jungen Männer ihre Liebe füreinander, aus der sie sofort wieder fliehen, wie Elementarteilchen, die sich im Moment der grössten Annäherung wieder abstossen. Im Moment der Trennung liegt eine grosse Wehmut und die Hoffnung, dass sie ihr Leben in diesem seltsamen Paradies trotz allem noch in den Griff bekommen. Grossartig verkörpern dabei Erjan Bekmuratov und Oleg Kerimov ihre Figuren auf der ironisch gebrochenen Reise durch Absurdistan.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Les petites gens», Kazakhstan 2003, Regie: Nariman Turebayev, Besetzung: Erjan Bekmuratov, Oleg Kerimov, Lyazat Dautova; Verleih: trigon-film, Internet: http://www.trigon-film.org
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