Les Choristes

1949, ein Knabeninternat in Frankreich. Die Erziehungsmethode ist ganz einfach: «Aktion – Reaktion!» Auf jeden Streich folgt eine schnelle Strafe. Nach diesem Prinzip regiert der Internatsvorsteher Rachin seine Schüler mit Angst und Schrecken. So findet der arbeitslose Musiker Mathieu eine Atmosphäre von Gewalt und Gegengewalt vor, als er seine Stelle als Hilfslehrer antritt. Doch ihm liegt es nicht, den Willen der Buben durch Macht zu brechen. Mit Witz und Liebe bemüht er sich um sie und wagt es, aus einem Haufen Rabauken einen Chor zu formen. Das Singen und die Beharrlichkeit Mathieus wecken in den Jungs schlummernde Talente. So lernen sie – wenigstens für einen Sommer – ungekannte Lebensfreude kennen.

Es ist ein Film über das Grosswerden in einer armen und lieblosen Welt, über die Kindheit mit ihren Schmerzen und Sehnsüchten. In nostalgische Brauntöne getaucht und mit emotionaler Musik unterlegt, gleitet er zuweilen ins Märchenhafte ab. So sind die erwachsenen Figuren stark typisiert. Doch die hervorragenden Schauspieler, allen voran die Kinder, bringen ihre Geschichte mit grossem Engagement auf die Leinwand und schaffen es, den Traum von einer unbeschwerten Kindheit und der Macht der Musik zu wecken.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

«Les Choristes», Frankreich, Schweiz 2004, Regie: Christophe Barratier, Besetzung: Gérard Jugnot, François Berléand, Kad Merad; Verleih: Vega Distribution, Internet: http://www.vegafilm.com