Leben – Gebrauchsanleitung

Das Leben, so scheint es, muss permanent optimiert werden. Geist, Motorik, Kommunikation, soziale Fähigkeiten werden so hart trainiert wie das Einmaleins oder der perfekte Torschuss. Machen Seminare zur Stabilisierung der Persönlichkeit das Leben wirklich besser? Was ist «die innere Stimme» wert, wenn man zu ihrer Auffindung einen Intuitions-Workshop besuchen muss? 1989 hat der Dokumentarfilmer Harun Farocki einen Film gemacht, der aus 32 unkommentierten Übungs-, Therapie- und Spielsituationen besteht: «LEBEN – BRD», das Leben als nie enden wollendes Lernprogramm, mitunter gespenstisch anzusehen. Gut 25 Jahre später haben sich die Autoren Jörg Adolph und Ralf Bücheler erneut auf eine Reise durch Deutschland begeben, in dem mittlerweile über 50’000 Coaches ein engmaschiges Netz über alle Lebensbereiche gelegt haben. Wie Farocki filmten sie eine Hebammen-Ausbildung, eine Bundeswehr-Übung, die Fortbildung bei einer Lebensversicherung und eine Striptease-Schulung. Aber sie erkundeten auch Kurs-Neuland und fanden neue Lebensreligionen