Le Moine
Ambrosius wird als Findelkind in ein spanisches Kloster des 18. Jahrhunderts aufgenommen. In der Kapuzinergemeinschaft hat er die ewigen Gelübde abgelegt und gilt in dem Predigerorden als ausgesprochenes Talent. Seine Predigten ziehen viele Gläubige an und seine Rechtschaffenheit ist bereits legendär. Doch der Satan ist ihm auf der Spur und setzt alles daran, um ihn in Versuchung zu führen. Mit der Ankunft eines Novizen, der wegen seiner Brandwunden eine Maske trägt, wendet sich das Schicksal von Ambrosius. Immer mehr verstrickt er sich in Widersprüche. Sein moralischer Rigorismus und seine gefestigte Glaubensüberzeugung geraten ins Wanken, bis er vor dem Verbrechen nicht mehr zurückschreckt.
Dominik Molls Thriller baut auf die schauspielerische Leistung von Vincent Cassel, der den Ambrosius mit Furor und Körpereinsatz gibt. Auch ein kurzer Auftritt von Geraldine Chaplin als gestrenge Äbtissin ist zu bewundern; zudem Sergi Lopez als Teufel in Person. Sehr schön inszeniert sind die Landschaften in der sengenden spanischen Sonne. Dennoch bleibt der Film zu stark im Genre verhaftet, das Drama um den Konflikt zwischen moralischem Rigorismus und fleischlicher Leidenschaft zu eindeutig inszeniert, als dass eine überraschende Wende dieser Geschichte etwas Neues abgewinnen könnte. Im Gros der Priester- und Mönchsverfilmungen bleibt «Le Moine» im gehobenen Mittelmass.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Le Moine», Frankreich/Spanien 2011, Regie: Dominik Moll, Besetzung: Vincent Cassel, Geraldine Chaplin, Sergi López; Verleih: Praesens Film AG, http://www.praesens.com
Kinostart: 8. März 2012
