Kulturgeschichte des Jenseits

(medientipp) In vier Radiosendungen widmet sich SWR2 WISSEN vom 10. Februar bis 3. März jeweils donnerstags um 8.30 Uhr dem Jenseits. Wie sah die Totenwelt im Altertum aus? Wie stellte sich der Mensch die ewige Seligkeit im Paradies vor? Wofür standen Himmel und Hölle? Und ist meine Seele nur einmal Mensch?

Die alten Ägypter, die Hebräer, auch die Griechen und Römer glaubten, dass die Toten in einem Totenreich noch eine gewisse Zeit weiterexistierten. Doch an eine Unsterblichkeit der Seele glaubte man in diesen Kulturen nicht, denn unsterblich waren nur die Götter. Um 1000 vor Christus kam in Ägypten der Glaube auf, dass ein Totengericht gute Taten mit einem Aufenthalt an einem schönen Ort belohnt, böse Taten hingegen bestraft werden. Die erste Sendung „Kein Auge gewahrt mich“ (10. Februar) geht auf die verschiedenen Vorstellungen der Totenwelt im Altertum ein.

Das Paradies steht im Zentrum der zweiten Folge am 17. Februar. Das Bild vom glücklichen Jenseits im Volksglauben, in der Dichtung und in der Kunst der Renaissance, des Rokoko und des Barock war bunt und vielgestaltig: Im biblischen Paradies erlebten Adam und Eva vor ihrer Vertreibung alle Freuden des menschlichen Lebens. Warum sollte es nach dem Tod im jenseitigen Paradies und im Himmel anders sein? Während Texte der Bibel Widersprüchliches davon berichten, was nach dem Tod mit den Menschen geschieht, ist der Koran eindeutiger.

Die Hölle wurde bei Origenes noch als eine Art vorhimmlische Seelenreinigungsanstalt verstanden. Während Augustinus die verstorbene Mehrheit in die Hölle verbannen wollte, führten nachfolgende christliche Theologen eine Art moralisches Leistungsprinzip ein, wonach einige direkt in den Himmel kamen, einige in der Hölle landeten und die meisten für eine Weile ins Fegefeuer kamen. Dem Verständnis von Hölle und Fegefeuer über die Jahrhunderte hinweg widmet sich die dritte Sendung „… ewiges Jammern und Wehklagen …“ am 24. Februar.

Die letzte Sendung „Ist meine Seele nur einmal Mensch?“ (3. März) beschäftigt sich schliesslich mit dem Glauben an die Wiedergeburt in der europäischen Ideengeschichte. Während christliche Theologen die Idee der Reinkarnation bekämpften, war für Lessing die Wiedergeburt Teil seiner Fortschrittsphilosophie.

Die Sendungen sind jeweils donnerstags, um 8.30 Uhr auf SWR2 zu hören:

  • 10. Februar: „Kein Auge gewahrt mich“ – Totenwelt im Altertum
  • 17. Februar: „… welche Wonnen, dort im himmlischen Reiche …“ – Ewige Seligkeit im Paradies
  • 24. Februar: „… ewiges Jammern und Wehklagen …“ – Hölle und Fegefeuer
  • 3. März: „Ist meine Seele nur einmal Mensch?“ – Der Glaube an die Wiedergeburt

Link: http://www.swr.de/swr2/sendungen/wissen-aula/archiv/2005/02/10/index.html