kreuz und quer. Der Krisenmanager

Mit seinem 75. Geburtstag muss Kardinal Christoph Schönborn seinen Rücktritt aus Altersgründen einreichen, der vom Papst angenommen werden muss. Damit geht eine Ära zu Ende. Er stammt aus einem Adelsgeschlecht – und wurde doch Bettelmönch: 1995 trat der Dominikaner P. Christoph Schönborn sein neues Amt als Erzbischof von Wien an – in den turbulenten Zeiten der Krise um seinen Vorgänger Kardinal Hans Hermann Groer, 1998 wurde er zum Kardinal ernannt. Der als moderat konservativ geltende Ordensmann Schönborn erwies sich bald als kirchlicher Krisenmanager – und überraschte seine Kritiker mit reformorientierten Entscheidungen, kompromissloser Aufklärung der kirchlichen Missbrauchsskandale und seinem Zugehen auf Randgruppen wie HIV-positive Menschen