Kontext. Waisen, die keine waren
Als die ersten «Tibeterli» 1960 in die Schweiz kommen, ist das Entzücken gross: Die humanitäre Schweiz zeigt sich von der besten Seite und nimmt Kinder auf, die auf der Flucht vor den chinesischen Kommunisten angeblich ihre Eltern verloren haben. Bald stellte sich heraus, dass die Kinder in den meisten Fällen gar keine Waisen waren. Ueli Meier porträtierte für seinem Dokumentarfilm «Tibi und seine Mütter» einen Mann, der als Bub zu einer Schweizer Pflegefamilie kam und sich als Erwachsener in Indien auf die Suche nach seinen leiblichen Eltern machte
