Knallhart

Es ist Michaels 15. Geburtstag, als er mit seiner Mutter aus der Villa ihres Liebhabers aus- und in eine Sozialwohnung einziehen muss. Ab jetzt lebt er im Berliner Problemquartier Neukölln, und hier muss man sich durchschlagen, um zu überleben. Mit der Zeit findet er sich zwischen Jugendgangs, Hehlern und Drogenhändlern zurecht. Doch der Preis, den er zahlen muss, ist hoch.

Der für seine Komödien bekannte Detlev Buck hat für einmal ein ernstes, ja brandaktuelles Thema angepackt. Seine Verfilmung ist wuchtig realistisch, die Bilder sind rau, monochrom, ungeschminkt. Schauspielerisch besticht der junge David Kross als Michael, gefangen zwischen emotionsloser Coolness und verzweifelten Gefühlsausbrüchen.
Bereits im Vorfeld wurde diskutiert, ob der Film «nur» ein (deutsches) Grossstadtproblem verhandle und dies noch zu negativ. Meldungen über prügelnde Jugendliche in Winterthur oder Erpressung zwischen Gleichaltrigen in Luzern zeigen aber, dass es auch hierzulande Gewaltprobleme gibt, wenn auch in schwächerem Ausmass. «Knallhart» greift das Thema eindrücklich auf und verhandelt es optisch in einer Bildsprache, die gerade Jugendliche ansprechen kann. Dass das Drama kompromisslos zu einem harten Ende kommt, schockiert. Doch nicht nur damit wird der Film zur notwendigen Auseinandersetzung mit seinem Thema herausfordern.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

«Knallhart», Deutschland 2006, Regie: Detlev Buck, Besetzung: David Kross, Jenny Elvers, Erhan Emre; Verleih: Filmcooperative, Internet: http://www.filmcoopi.ch; Filmwebsite: http://www.knallhart-derfilm.de

Kinostart: 30. März 2006

bpb-Filmheft: http://www.bpb.de/files/YOCEDC.pdf