Kirchliches Engagement am Filmfestival Locarno
Vom 4. bis zum 14. August findet das Internationale Filmfestival Locarno zum 52. Mal statt. Ein Schwerpunkt ist eine Sonderveranstaltung anlässlich des hundertsten Geburtstag von Alfred Hitchcock. Die Kirchen sind auch dieses Jahr mit der ökumenischen Jury bei der Veranstaltung präsent.
Am 13. August wird in Locarno der 100. Geburtstag von Alfred Hitchcock gefeiert: Auf der Piazza Grande ist eine restaurierte Fassung des Klassikers „The Birds“ (1963) als europäische Premiere zu sehen. Der Film gehört zu den Spätwerken des „Meisters der Spannung“, dessen Schaffen auch für den Dialog zwischen Theologie und Film von Bedeutung ist. So gehören beispielsweise Schuld und Sühne zu Hitchcocks wichtigsten Themen. Im Film „I confess“ (1953) etwa hört ein junger Priester im Beichtstuhl das Mordgeständnis seines Küsters und gerät, weil er das Beichtgeheimnis nicht preisgibt, selbst in Verdacht und Lebensgefahr. Vor dem Hintergrund kriminalistischer Vorgänge entwickelt sich die Spannung aus psychologischen und theologischen Konflikten.
In Locarno sind auch dieses Jahr die Kirchen präsent. Mit der ökumenischen Jury – welche bei diesem Festival mittlerweile eine 26 jährige Tradition hat – betonen sie öffentlich, dass die Filmarbeit eine wichtige kirchliche Aufgabe ist. 1999 ist Osteuropa mit zwei Mitgliedern in der Jury vertreten. Die ökumenische Jury 1999 setzt sich zusammen aus: Alexandre Dorochevisch, Russland; Franca di Lecce, Italien; Matthias Loretan, Schweiz; Gaye W. Ortiz, Grossbritannien; Arnis Redovics, Lettland; Rita Weinert, Deutschland (Präsidentin).
Anlässlich des 100. Geburtstages von Alfred Hitchcock sind im Fernsehen verschiedene Filme des „master of suspense“ zu sehen. Genauere Angaben finden sich in der nächsten Ausgabe von ZOOM tip.
