Kirchliche Preise am 69. Filmfestival in Venedig

(medientipp) Interfilm und Signis waren erneut an der Mostra Internationale d’Arte Cinematografica in Venedig präsent. Die beiden Jurys verliehen ihre Preise an die Filme «To the Wonder» und «Wadjda». Letzterer ist das Werk der ersten saudi-arabischen Regisseurin Haifaa Al Mansour.

«Wadjda» handelt vom gleichnamigen, zehnjährigen Mädchen, das sich nichts sehnlicher wünscht als Velofahren zu dürfen. Da Velofahren in Saudi-Arabien Frauen untersagt ist, wird ihr Wunsch als Skandal gesehen, dennoch setzt sie sich für ihren Traum ein. Dickköpfig und clever wird sie zur Heldin des «Woman Liberation Movements» in ihrem Heimatland. Haifaa Al Mansour, die erste weibliche Filmemacherin Saudi-Arabiens, beweist mit «Wadjda» ihr filmisches Talent. Der Interfilm Award für die Förderung des Interreligiösen Dialoges geht daher an die Regisseurin.

Signis verlieh ihren Preis Terrence Malick’s Film «To the Wonder». Er thematisiert das romantische Drama eines Mannes, der zu einer Frau aus seinem Heimatsort zurückfinde. Der poetisch erzählte Film zelebriere Schönheit, Wahrheit und Liebe. Er befasse sich mit den universellen Freuden und Schwierigkeiten des Lebens, schreibt die Jury in ihrer Begründung. Wie bei Malick’s vorhergehendem Film «The Tree of Life» diskutierten Besucher wie Kritiker den Film kontrovers.

Eine lobende Erwähnung vergab Signis dieses Jahr dem Film «Fill the Void» von Rama Burshtein, in dem die jüngste Tochter für die Einheit ihrer jüdischen Familie ihr Leben dramatisch umstellen soll.

Die Jurymitglieder 2012

Interfilm: Serge Molla(Schweiz), Guiseppina Daniela Grosso (Italien) und Heike Kuehn (Deutschland)
Signis: Gustavo Andújar (Kuba), Massimo Giraldi (Italien), Arianna Prevedello (Italien), Edward Siebert (USA) und Mario Tapia (Equador)