Kingdom of Heaven
Im Jahr 1184 ist der Drang zur Eroberung von Jerusalem im christlichen Abendland besonders gross. Heerscharen ziehen in den Orient, auf der Suche nach Reichtum, Ruhm und Abenteuer. Doch nur für den Helden Balian scheint die Suche nach dem Königreich des Himmels auch eine Sehnsucht nach Seelenfrieden zu sein. Als er Schiffbruch erleidet und im gelobten Land eintrifft, muss er sich den Weg nach Jerusalem gleich mit dem Schwert erkämpfen. Hier wird er in den Kreis der christlichen Ritter aufgenommen. Durch eine Provokation der Tempelritter kommt es zu einer erbitterten Schlacht um Jerusalem. Die Streitmächte Saladins belagern die Stadt und kämpfen erbittert um die politische und symbolische Macht.
Ridley Scotts «Kingdom of Heaven» ist nicht auf der gleichen Höhe wie «Gladiator», obwohl auch hier die Kulissen eindrücklich und die Schlachten überwältigend sind. Seltsam gehemmt scheint die Erzählung, die peinlich darauf bedacht ist, Saladin als gerechten und humanen Heerführer zu zeigen. Die schamlosen Missetäter sind die Tempelritter, die durch ihre Grausamkeit und ihre politische Ranküne die Armeen aufeinander hetzen. Der Film passt ins Bild der archaischen Helden und Schlachten, die seit „Lord of the Rings“ wieder im Trend sind. Mit Religion hat dies kaum etwas zu tun, viel mehr mit Schaulust und kommerziellem Kalkül.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Kingdom of Heaven», USA 2005, Regie: Ridley Scott, Besetzung: Orlando Bloom, Eva Green, Jeremy Irons, Liam Neeson; Verleih: Fox-Warner, Internet: http://www.fox-warner.ch, Filmwebsite: http://www.kingdomofheavenmovie.com
Kinostart: 5. Mai
