Kinder der «Exodus»
«Born on route»: So steht es in ihren israelischen Reisepässen amtlich vermerkt. Unterwegs geboren, an Bord des Flüchtlingsschiffs «Exodus» und anderer Schiffe, auf dem Weg nach Palästina. Die Passinhaber sind genauso alt wie der Staat Israel, in dem sie heute leben: 70 Jahre. In Israel sind sie als «Kinder der Exodus» bekannt. Ihre Biografien sind eng verknüpft mit den Ereignissen, die letztlich zur Gründung des Staates Israel führen. Es ist das Drama, das sich abspielt, als das Flüchtlingsschiff «Exodus» mit mehr als 4’500 Holocaust-Überlebenden aus Deutschland und anderen Ländern den Hafen Haifa erreicht. Die jüdischen Flüchtlinge dürfen jedoch nicht im britischen Mandatsgebiet bleiben. Sie müssen umkehren. Sie werden auf drei Gefangenenschiffen von Haifa zurück nach Deutschland deportiert. Während dieser dramatischen Monate in den Jahren 1947/48 werden 58 Kinder geboren, an Bord der «Exodus», auf den drei britischen Gefangenenschiffen und in den drei «Exodus»-Lagern
