Katholische Welt. Über das lange Leben der Menschen und das kurze Leben der Dinge

Nach dem Tod eines geliebten Menschen steht man irgendwann vor der Frage: Wohin mit den Dingen? In früheren Generationen wurden bestenfalls ein paar Möbel, Gläser und Porzellan vererbt. Die wenigen Gegenstände, die man besass, hielten länger als ein Leben und wurden gebraucht. Doch heute haben die Dinge ein kurzes Leben, und jeder steht irgendwann vor dem Problem: Was geschieht mit den Dingen, die man geerbt hat? Natürlich kann man einfach den Entrümpelungsdienst rufen. Doch für den Nachlass von geliebten Menschen einen angemessenen Platz zu finden, kann auch eine Form von Trauerarbeit sein, bei der die Familiengeschichte neu betrachtet wird. Doch bei unserem Umgang mit Gegenständen geht es nicht nur ums Loslassen: Bei der Suche nach neuen Abnehmern geht es auch um die Frage, warum in unserer Gesellschaft manche Menschen zu viel und andere zu wenig haben