Katholische Welt. Georges Lemaître entdeckt den Urknall
Die Theorie des so genannten «Big Bang» ist noch relativ jung. Nicht einmal hundert Jahre ist es her, dass diese Erkenntnis das Weltbild erschütterte. Schliesslich ging man damals von einem statischen, unveränderlichen Universum aus. Mit dieser Vorstellung räumte der belgische Astrophysiker Georges Lemaître gründlich auf. Seine Idee von einem explodierenden «Ur-Atom», aus dem Raum, Zeit und Materie hervorgingen, war schon revolutionär genug. Noch befremdlicher aber war die Tatsache, dass Lemaître auch katholischer Priester war – obwohl Lemaître stets bemüht war, Theologie und Physik sauber zu trennen. Als Naturwissenschaftler hielt er sich an das Prinzip, so zu arbeiten «als ob es Gott nicht gäbe». Trotzdem wurde er 1936 in die päpstliche Akademie der Wissenschaften aufgenommen und 1960 zu ihrem Präsidenten erkoren
