Katholische Welt an Allerheiligen. Abschied

Im Abschiednehmen müsste man eigentlich geübt sein, schliesslich erlebt man Abschiede immer wieder: Man winkt am Bahnsteig, sagt dem Urlaub Adieu, die Schulzeit endet, der Arbeitgeber wechselt, Freundschaften zerbrechen, es stirbt ein naher Mensch. Dennoch sind Abschiede häufig mit Schmerz und Ohnmacht verbunden. Es herrscht Sprachlosigkeit. Die Trauerriten der Kirchen helfen offenbar vielen nicht mehr weiter, weil oft gar keine Trauerfeier mehr gewünscht wird. Doch auch die Alternativen moderner Bestatter, den Sarg bunt anzumalen und möglichst lebensfroh zu trauern, setzen sich nicht durch. Wie immer man sich dem Phänomen Abschied nähert: Solange man es zu regeln versucht, werden Ohnmacht und Sprachlosigkeit nur übertüncht, sagt unser Autor, der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius. Denn Abschiede sind letztlich unfassbar, unbeherrschbar, unergründlich