Katholische Welt. Die Weisheit der Sterne

«Glaube und Wissenschaft sind kein Widerspruch, ganz im Gegenteil…», versichert der Direktor der «Specola Vaticana» – der Vatikanischen Sternwarte. Bereits im 16. Jahrhundert wurde sie auf päpstlichen Wunsch gegründet. Zunächst erforschten die Astronomen von Rom aus den Sternenhimmel. Doch die Luftverschmutzung veranlasste sie, zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Albaner Berge nach Castel Gandolfo umzuziehen. Unmittelbar neben dem Sommersitz der Päpste, den auch Benedikt XVI. häufig aufsuchte, sieht man bis heute zwei grosse Teleskope. Seit den 1980er Jahren wird die Anlage durch ein neues Forschungsgelände im US-amerikanischen Arizona ergänzt. In mühevoller Kleinarbeit versuchen die Jesuiten, denen die Sternwarte anvertraut ist, dem Kosmos Informationen abzuringen. Es geht vor allem um existenzielle Fragen: Welche Bedeutung haben Zeit und Raum, die Schöpfung und der Mensch vor dem Hintergrund des Weltalls? Was lernt man beim Blick in die Sterne über Gott?