Katholische Welt. Die Kunst des letzten Augenblicks
Als ein Geist werde ich jetzt umherschweifen in den Sommerfeldern. Mit diesem Todesgedicht in Form eines Haiku imaginiert sich der berühmte japanische Maler des 18. Jahrhunderts, Hokusai, in die Welt seines Todes. Einen Erfahrungsbereich, der uns naturgemäss bis zuletzt verschlossen bleibt, furchterregend, häufig verdrängt und doch nagend an der Konstruktion unserer Selbstgewissheit. Ein elementarer Stoff für Künstler aller Zeiten. In der Kunst oder in der Religion lassen sich Modelle der Bewältigung des Unerklärlichen durchspielen, aber die Realität des Ereignisses stellt dann doch eine Herausforderung dar, die einzigartig ist. Ein solches Ereignis im persönlichen Umfeld des Autors gibt den Impuls für diese Sendung. Eine Freundin erfährt von ihrem nahenden Tod und beschliesst den Prozess künstlerisch zu begleiten. Ausgehend von der sehr ergreifenden Erfahrung ihres Werkes schärfen sich die Sinne für diese Thematik. Plötzlich bekommen zufällige Begegnungen eine gemeinsame Klammer: die Beschäftigung mit dem endgültigen Abschiednehmen
