Katholische Welt. Die Mühle, das Korn und das Mehl

Noch schnell einen Kuchen backen? Eine Pizza? Kein Problem, das passende Mehl steht im Schrank. Und wenn nicht, dann gibt es im Supermarkt rasch ein Päckchen zu kaufen. Mehl ist seit Jahrtausenden Grundnahrungsmittel des Menschen und Grundlage für Brot. Ganz zu Beginn mussten meist Frauen stundenlang das Getreide per Hand mühsam zwischen zwei Steinen zermahlen, um an den wertvollen Mehlkörper des Korns zu kommen. Viel schneller ging es dann mit den ersten Mühlen, in denen Wasserkraft oder Wind das Getreide zwischen den Mühlsteinen fast unsichtbar in Mehl verwandelt. Was genau geschieht zwischen den Steinen? Dieses unsichtbare Geheimnis hat im Mittelalter Theologen und Künstler zu einer besonderen Darstellung angeregt: Der Hostienmühle. In ihr wird das Wort Gottes auf Spruchbändern oder, drastischer, das Jesuskind selbst zwischen den Mühlsteinen zermahlen und heraus kommen: Hostien. Die Mühle als Symbol der Ver-Wandlung. Und heute?