Katholische Welt. Der «Himmel» in Dantes «Göttlicher Komödie»

Was viele Menschen suchen, zeigt Dante (1265–1321) im dritten Teil seiner Jenseitsreise, dem «Paradiso», dem «Himmel»: Es geht um den Sinn oder das Ziel des Lebens, um eine Vision für den persönlichen Weg. Psychologisch würden wir heute sagen, es geht um eine Ahnung von der Berührung des Selbst, des Innersten im Menschen. Die Religiösen nennen es seit 3’000 Jahren: Gott schauen. Diesen inneren Vorgang schildert Dante als Höher- und Höherfliegen, Blick in Blick mit der geliebten Frau Beatrice, im Gespräch mit ihr, selig in ihrem Lächeln. Das Schauen steigert sich bis zum Nie-Gekannten: Farben und Bilder erscheinen, ein Feuerwerk von überwältigenden Lichtphänomenen; Musik fasziniert auf vielfache Weise, Tänze entfalten sich. Alles ist gehalten in Dantes grossem Meditationsbild, den kreisenden Sternensphären des ptolemäischen Weltbilds vom Mond über Venus und Sonne bis hin zum Saturn und darüber hinaus