Katholische Welt. Die fromme Welt der Agnes Wyssach

Die Geschichte spielt im Mittelalter: «ledige Mütter» sind geächtet, Frauen haben kaum eine Chance, gewalttätigen Ehemännern zu entkommen. Bader und Ärzte lassen sich gut bezahlen. Kaiser Friedrich III. regiert. 1469 richtet im Allgäu die fromme Katholikin Agnes Wyssach ein besonderes «Frauenhaus» ein. Die Spurensuche beginnt im Kemptener Stadtarchiv. Dort hat Birgit Kata über Agnes Wyssach geforscht, Aber auch das Diözesanarchiv in Augsburg hegt Archivalien. Die «ersam Jungfrow Agnes Wyssachin», wie sie in den Urkunden genannt wird, stiftete damals eine grosse Geldsumme, um das «Haus am Steg» am Mühltor in Kempten renovieren und ausbauen zu lassen: sechs bis acht Frauen mit ihren Kindern sollten in «frommer Gemeinschaft» beschützt leben. 1470 wurde die grossmütige Stiftung, die wenig begüterten und vom Schicksal geschlagenen Frauen ein sicheres Leben in Gemeinschaft ermöglichte, mit einer Urkunde des Bischofs von Augsburg offiziell sanktioniert und bestätigt