Katholische Welt. Die Euthanasie-Verbrechen im Kloster Irsee

Am 14. September 1943 wurde der fränkische Junge, Erwin, der nicht richtig sprechen konnte, nach Irsee verlegt. Der zuständige Oberarzt beschreibt Erwin als «lebhaften Idioten ohne Sprachäusserung». Sechs Wochen später folgt der Eintrag «Exitus» mit der für die Opfer der Euthanasie typischen Todesursache Bronchopneumonie. Im Rahmen einer grossen Pflege-Fachtagung hat das Bildungswerk des Bayerischen Bezirketags eine Dokumentation über die Patientengräber der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Irsee vorgelegt. Angefangen hatte die Aufarbeitung der Vergangenheit in der Psychiatrie Irsee und Kaufbeuren durch den damals neuen ärztlichen Direktor Michael von Cranach im Jahr 1980. Wie viele Menschen in Irsee der sogenannten Euthanasie zum Opfer fielen, ist heute immer noch nicht genau zu sagen