Katholische Welt. Über die Rolle der Religion im Dreissigjährigen Krieg
Dynastische, konfessionelle und innenpolitische Gegensätze – Europa war zu Beginn des 17. Jahrhunderts spannungsgeladen wie nie. Im Dreissigjährigen Krieg (1618–1648) entlud sich einerseits die Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Landesfürsten um die Vorherrschaft im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und andererseits der Konflikt um die Hegemonie in Europa im Krieg des Reichs gegen andere europäische Länder wie Frankreich, Dänemark oder Schweden. Der Dreissigjährige Krieg, der als besonders brutaler und langer Konflikt in die Geschichte eingegangen ist und Hunger, Seuchen und Flüchtlingsströme auslöste, war aber auch ein Krieg zwischen den Konfessionen – zwischen Katholiken und Protestanten. «Die Kriege der Gegenwart lassen eine Reihe auffälliger Gemeinsamkeiten mit dem Gewaltgeschehen des Dreissigjährigen Krieges erkennen», meint Herfried Münkler, Professor für die Theorie der Politik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Welche Rolle spielt die Religion letztlich in Konflikten damals und heute?
