Katholische Welt. Jan Hus
Der tschechische Priester und Theologe Jan Hus wollte Reformen umsetzen. Fast täglich predigte er in der Prager Bethlehemskapelle. Seine ernsten Ermahnungen an die Gläubigen zu einem christlichen Leben waren durchtränkt von harscher Kritik an den üblen Praktiken der Römischen Kurie und am skandalösen Lebenswandel vieler Kleriker. Selbst sein Erzbischof unterstützte anfangs den asketisch lebenden Priester, verhängte schliesslich aber doch ein Predigtverbot und die Exkommunikation über ihn. Der von seiner Sendung überzeugte Jan Hus stellte sich dem Allgemeinen Konzil in Konstanz, erfuhr aber statt des erwarteten Freispruchs von der Anklage die Verurteilung als Häretiker. Das Todesurteil wurde noch am selben Tag, dem 15. Juni 1415 vollstreckt: Verbrennung auf dem Scheiterhaufen bei lebendigem Leib. Hus besass die Kühnheit, seinen kirchlichen Machthabern zu beweisen, dass sie in der totalen Verleugnung dessen lebten, wozu sie sich lautstark bekannten
