Katholische Welt. Zeit lassen, Zeit nehmen, Zeit vergessen

Das neue Jahr – je nachdem, wie wir mit ihm umgehen, wird es neu oder bleibt die alte, immer gleiche Zeit. Die Uhr und der Kalender ordnen das Zusammenleben, geben ihm sein Regelmass. Aber lassen wir uns vom gleichgültig Fliessenden, dem jeweils Aktuellen verbrauchen, werden wir schnell müde. Setzen wir der Zeit das «Zeit-lassen» entgegen – uns selbst und den Menschen, mit denen wir leben – verlangsamen und verändern wir ihren Lauf. Gemeint ist damit etwas Aktives, ein Ruck, den wir uns geben. Also fast dasselbe wie «Sich-Zeit-Nehmen» – wofür oder für wen nehme ich mir Zeit? Für schnell Vergehendes, durch immer «Neues» ersetzbar, was zu einer Art Gier nach dem Neuesten führen kann? Oder nehme ich mir Zeit für etwas länger Dauerndes, Beständigeres, was vielleicht anstrengender ist? Damit sind wir schon beim «Zeit vergessen», ohne das im Zusammenleben nichts geht