Katholische Welt. Der Pandemie mit philosophischer Weisheit trotzen
Die Pandemie hat gezeigt: Woraus der moderne Mensch der Industriegesellschaften seine Sicherheiten zu beziehen glaubt, ist ausgesprochen flüchtig. Geringe Veränderungen im Alltagsleben reichen aus, um den bisherigen Sinn des Lebens, seine gewohnten Bahnen anzuzweifeln. Ablenkungen durch Kommerz oder Konsum wirken nicht mehr. Existenzielle Angst, das haben die Corona-Monate gezeigt, lässt sich offenbar nicht einfach wegspassen. Die Möglichkeiten der Angstabwehr scheinen ausgesprochen beschränkt. Jeder Schein von Sinn und Glück wird fragwürdig angesichts einer realen Bedrohung, wie sie die Moderne in dem Ausmass noch nie erlebt hat. Doch die Wechselwirkung von Furcht und Sinnsuche kann auch dazu führen, dass solche Krisen als Herausforderung verstanden werden und der Lebensbejahung dienen. Philosophen wie Albert Camus oder Sören Kierkegaard zeigen uns heute noch, wie der scheinbaren Sinnlosigkeit widerstanden werden kann
