Katholische Welt. Gebetsschnüre
Im Museum von St. Oswald im Bayerischen Wald hängt in einer Vitrine ein eigenartiges Objekt: eine Kette aus Tierknochen, Vogelkrallen und Perlen. Ein magischer Gegenstand: eine Fraisenkette, mit der bis ins 20. Jahrhundert hinein Krankheiten geheilt werden sollten. Dass ihre Form an einen Rosenkranz erinnert, ist kein Zufall, denn im Volksglauben erhoffte man sich durch die Verbindung zur Gebetskette eine besondere Wirksamkeit. In vielen Religionen haben Gebetsschnüre eine lange Tradition. In der Kultur- und Religionsgeschichte sind Gebetsschnüre noch viel weiter verbreitet, von der muslimischen Misbaha bis hin zur buddhistischen und hinduistischen Mala. Gleichmässiges und ruhiges Sprechen und Atmen bringt den Betenden in den Zustand der Andacht, der Meditation und Entspannung. Mit dem Rosenkranzgebet hat sich auch im Christentum eine solche Form entwickelt. Andreas Pehl hat sich auf eine Exkursion in die Welt der Gebetsketten begeben
