Katholische Welt. Mexiko, Mission, Machismo

Vor fünfhundert Jahren kamen spanische Seefahrer über den Atlantik. Sie entdeckten die Neue Welt und brachten das Christentum nach Südamerika. Bis heute gelten die Bewohner Lateinamerikas als besonders gläubig, als katholisch. Gleichwohl gibt es dort Gewalt, Korruption, Frauenfeindlichkeit und ein ausgeprägter Männlichkeitswahn, der Machismo. Das alles entspricht so nicht im geringsten christlichen Prinzipien, basiert aber möglicherweise auf einer Folge einseitiger Interpretation biblischer Texte, wonach Männer herrschen und Frauen sich unterordnen. Die These, die christliche Mission habe die Frauenfeindlichkeit in Lateinamerika geprägt und fördere bis heute die männliche Dominanz ist immer wieder zu hören. Davon sprechen zum Beispiel Dutzende junge Lateinamerikanerinnen, die hier ein Jahr lang einen Freiwilligendienst in Sozialprojekten zu leisten. Sie erleben einen Alltag ohne ständige Angst vor Einschüchterungen und Gewalt. Nach ihrer Rückkehr werden viele wütend, weil sich in ihren Heimatländern nichts verändert hat