Katholische Welt. Päpste in Spielfilmen und Serien

Im 20. Jahrhundert sind Päpste zu Medienstars geworden. Der Vatikan erkannte sehr früh, wie wichtig moderne Massenmedien für die Verkündigung sind und wie sie das Image von Kirche und Papsttum prägen. Parallel wird der Papst aber auch zum Star beziehungsweise zum beliebten Sujet im Spielfilm. Zwei Entwicklungen, die sich fortan gegenseitig beeinflussen. 1958 tritt Pius XII. kurz vor seinem Tod in Ernst Marischkas Spielfilm «Der veruntreute Himmel» auf – und zwar als er selbst. In der Folgezeit beherrschen aber vor allem fiktive Geschichten um historische wie erfundene Papstfiguren den Film. Diese Geschichten versuchen Antworten auf die Fragen zu geben, die sich rund um die «öffentliche Medienfigur» ergeben. Was ist das für ein Mensch, der eine solche Machtfülle und die damit verbundene Bürde trägt? Was spielt sich ab hinter den uralten, dicken Mauern des Vatikans? Filme, die sich an diese Fragen wagen, sagen vor allem etwas über das Bild aus, das wir zu unterschiedlichen Zeiten von Kirche und Papsttum haben