Katholische Welt. Friedrich Hölderlin

Kaum ein Lyriker hat sein Künstlertum so sehr mit Religion verbunden wie der deutsche Dichter Friedrich Hölderlin (1770–1843). Gefühl und die Sehnsucht nach Verbundenheit mit der Schöpfung spielen in seiner Spiritualität wie in seinen Gedichten eine zentrale Rolle. Nicht die rationale Erkenntnis des Göttlichen, sondern die tiefe poetische Erfahrung ist Grund der Einheit von Natur, Mensch und Gott. Das Absolute, so Friedrich Hölderlin, kann nur erhellt werden mit den Mitteln der Poesie. Einer immer rasanter und sich entfremdenden Epoche stellte er seine Hoffnung einer durch die Poesie harmonisierten Welt entgegen. Der Preis, den der Dichter dafür zahlte, war hoch: den Grossteil seines Lebens verbrachte Hölderlin in geistiger Umnachtung