Justiz

Juraprofessor Winter (Hark Bohm) diniert mit seinem ehemaligen Studenten Felix Spät (Thomas Heinze) im ehrwürdigen Zürcher Restaurant Du Théâtre. An den Nebentischen sitzen viele Bekannte, unter anderen ein Staatsanwalt und der Zürcher Polizeichef (Mathias Gnädinger). Dann betritt der bekannte Regierungsrat Isaak Kohler (Maximilian Schell) das Restaurant, tritt an Winters Tisch, zieht eine Pistole und erschiesst ihn, bevor er seelenruhig das Lokal wieder verlässt. Es ist überhaupt kein Motiv für die Tat auszumachen, doch die zahlreiche Augenzeugen reichen natürlich für eine Verurteilung Doktor Kohlers. Noch im Gerichtssaal wird der junge Anwalt Spät von Kohlers Tochter Helene (Anna Thalbach) angesprochen, die ihren Vater für unschuldig hält. Der junge Anwalt beginnt immer mehr am Rechtssystem zu zweifeln, und merkt viel zu spät, dass er zum Akteur in einer ausgeklügelten, perfiden Racheaktion geworden ist. Die Friedrich Dürrenmatt-Adaption (Hans W. Geissendörfer, CH 1993) ist ein komplexer Kriminalfall, der existenzielle Fragen nach Recht, Gerechtigkeit und Moral stellt