Jahresbericht 1998 des Evangelischen Mediendienstes
Der Evangelische Mediendienst hat den Jahresbericht 1998 vorgelegt. Für das Kommunikationsunternehmen der reformierten Landeskirchen der Schweiz war das vergangene Jahr geprägt von einschneidenden finanziellen Veränderungen und einer Neurorientierung in den Kerngeschäften.
Auf die Vorbereitung der Fusion von EM und Reformiertem Forum (1996), den Aufbau des neu formierten Unternehmens und den Einstieg in neue Arbeitsgebiete (1997) folgte 1998 eine Periode der inneren Umstrukturierung. Zum Jahresbeginn führte der EM ein neues Lohnsystem ein, später gefolgt von einem darauf aufbauenden Verfahren der Qualifikationsgespräche. Diese beiden Führungsinstrumente wiederspiegeln die Unternehmensphilosophie, welche selbständiges Handeln aller Mitarbeitenden im Rahmen von Zielvereinbarungen vorsieht und ein hohes Mass von Transparenz bei internen Entscheidungen verlangt.
Finanzieller Abbau und neue Prioritäten
Die strategische Planung der zukünftigen kirchlichen Medientätigkeit und die Anpassung der Finanzplanung an die Sparpolitik der Kantonalkirchen lösten im EM grosse Umwälzungen aus. Das Pilotprojekt der ökumenischen Audioagentur ZOOM Radio und der gemeinsam mit der Zürcher Kirche durchgeführte Versuch Kirche im Internet (beide 1997 und 1998) wurden evaluiert und mussten, nachdem sie in der Pilotphase ausserhalb der ordentlichen Betriebsrechnung finanziert waren, auf das Geschäftsjahr 1999 hin ins reguläre Budget übernommen werden – selbstverständlich ohne Erhöhung des Budgets. Es mussten über 100´000 Franken eingespart und umgelagert werden, um die neuen Aufgaben finanzieren zu können. Zahlreiche Stellenkürzungen, Abbau bei strategisch zurückgestuften Bereichen und Aufhebung der EM-Büros in Bern sind die Massnahmen, welche den Kraftakt möglich machen.
So einschneidend diese Veränderungen auch waren, sie sind erst der Anfang eines viel weiter gehenden Prozesses. Der EM reagierte auf die Sparsignale der Kirchen und verknüpfte seine Strategie für die nächsten vier Jahre mit einem finanziellen Abbau. An einer Retraite in Boldern arbeitete der Vorstand die zukünftigen Kerngeschäfte des EM heraus, und die Geschäftsleitung entwickelte eine Finanzplanung, die mit Auslagerung nichtprioritärer Bereiche und Erhöhung der Eigenleistungen die erforderlichen Spareffekte zeitigt. Dieses Paket präsentierte der EM den Mitgliedkirchen an der Strategietagung vom 29. Oktober 1998 in Zürich. Die fruchtbaren Diskussionen führten zu Retuschen an der Definition der Kerngeschäfte und zu einer nochmaligen Senkung der Finanzvorgaben. Das bereinigte Strategie- und Finanzpaket für die Jahre 2000 bis 2002 wurde den Kirchen anschliessend zugestellt.
Umwälzungen in der ZOOM-Gruppe
Starke Veränderungen brachte das vergangene Jahr in der ZOOM-Gruppe. ZOOM Verleih für Film und Video wechselte vom Film Institut in Bern zu Head Film in Zürich. Durch die Schliessung des Film Instituts verlor der Verleih seinen Handlingpartner. Mit Head Film kann ZOOM seinen Verleihkunden nun wieder eine perfekte Dienstleistung anbieten. Bedingt durch die rigorose Sparpolitik des EM müssen für ZOOM Zeitschrift für Film und ZOOM Dokumentation für Film neue Trägerschaften gesucht werden. Für die Zeitschrift wurde mit der Fusion von ZOOM und BLOW UP (ZOOM tip 6-7/99) eine Lösung gefunden, an der die Kirchen in einer minoritären Position beteiligt sind. Die Verhandlungen betreffend ZOOM Dokumentation für Film sind zur Zeit im Gang.
Die kirchlichen Mediendienste engagieren sich für einen gesicherten Übergang, damit diese einzigartigen kulturellen Leistungen erhalten bleiben. Nach deren Auslagerung wird die ZOOM-Gruppe sich als ökumenisches Zentrum für Multimedia-Dienstleistungen profilieren mit den Schwerpunkten Beratung, Publikation, Produktion und Distribution. Daran arbeiten die beiden Mediendienste EM und KM intensiv. ZOOM Radio wird weitergeführt, aber nicht mehr als ZOOM-Projekt, sondern je integriert in den EM und den KM und mit einer gemeinsam zu nutzenden Infrastruktur für Produktion und Distribution von Sendungen.
Neue Akzente in der kirchlichen Mitarbeit beim SRG-Fernsehen
Im Bereich Radio und Fernsehen setzt der EM die Akzente neu. Neben der Weiterführung der Radioproduktion (bisher unter dem Namen ZOOM Radio) entsteht neu eine Stelle für Projektentwicklung und Marketing, damit der EM und die Kirchen bei der rasanten Entwicklung von Radio und Fernsehen am Ball bleiben. Aus Spargründen und bedingt durch die neuen Schwerpunkte wird die kirchliche Mitarbeit bei den religiösen Sendungen des SRG-Fernsehens auf den beim SRG-Radio seit langem üblichen Level zurückgenommen.
Erfreuliche Entwicklungen im Presse-Bereich
Ausgesprochen dynamisch entwickelt sich das Ressort Presse und Information. Die Reformierte Presse ist mit mehreren spezialisierten Beilagen aus dem kirchlich-theologischen Bereich zur publizistischen Drehscheibe geworden. Die Nullnummer einer Kirchenzeitung für den Kanton Zug kann zudem als Beginn eines Prozesses gesehen werden, der zur Vernetzung der kirchlichen Printmedien führen wird. Ein optimierter Einsatz der Ressourcen bei Manpower, Technik und Finanzen, eine weitergehende Professionalisierung im Marketing und im Journalistischen und eine grössere Flexibilität bei den Produkten: Diese Faktoren werden für das Überleben der kirchlichen Presse entscheidend sein, und der EM ist gewillt, sich dafür mit aller Energie einzusetzen.
Der detaillierte Jahresbericht kann ab Ende April kostenlos bestellt werden bei: Evangelischer Mediendienst, Badenerstrasse 69, Postfach, 8026 Zürich. Tel 01/299 33 11
