In America

Eine junge Familie kommt von Irland nach Amerika, um sich im pulsierenden New York eine neue Existenz aufzubauen. Die Eltern und ihre beiden Töchter finden in einem heruntergekommenen Haus eine Bleibe und kämpfen mit den Mühen des Alltags, der Jobsuche und der Fremdheit. Doch anders als ihre Vorfahren haben diese modernen irischen Einwanderer ihre alte Heimat nicht aus wirtschaftlichen Gründen verlassen. Ihre Not ist emotional, denn hinter ihnen liegt der Verlust eines kleinen Sohnes. Und vor diesem Schmerz kann keiner fliehen: Nicht die Mutter mit ihren Schuldgefühlen, nicht der Vater mit seiner Weigerung, zu weinen, nicht die Töchter, die zuweilen mit ihrem verstorbenen Bruder sprechen. Alle Aufregung und Freude in der quicklebendigen Stadt bleibt durchwoben von Trauer. Die Begegnung mit dem geheimnisvollen Nachbarn Mateo, einem zurückgezogenen Künstler, führt schliesslich dazu, dass sich alle dem Leben stellen.

Der sehr persönliche Film des irischen Regisseurs Jim Sheridan („My Left Foot“) begleitet die brillant dargestellten Figuren auf ihrer Suche nach einer Heimat, die äusserlich und innerlich trägt. In einem Jahreszyklus werden zwei verwobene Bewegungen mit teils magischen Wendungen gezeigt: Das neue Zuhause kann in dem Masse zur Heimat werden, wie sich die Familie mit ihrer Trauer auseinandersetzt.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

„In America“, England/Irland 2003, Regie: Jim Sheridan, Besetzung: Samantha Morton, Paddy Considine, Sarah & Emma Bolger, Fox-Warner, Internet: http://www.fox-warner.ch, http://www.fox.ch, Filmwebsite: http://www.foxsearchlight.com/inamerica

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