Homo Sapiens
Wie wäre die Welt ohne uns? Ein Film mit dem Titel «Homo Sapiens», in dem das titelgebende Wesen, der moderne Mensch, nicht auftaucht? Stattdessen Bilder, die aus einer präapokalyptischen Zeit zu stammen scheinen und zeigen, was der Mensch hinterlässt: eine verfallende Zivilisation. Ruinen, in denen der Mensch früher Gott angebetet oder sich gefeiert hat, verlassene Siedlungen, verwüstete Büroräume, in denen noch Dokumente umherflattern, trostlose Bars mit zerbrochenen Gläsern, ausgeräumte Kinosäle mit zerrissenen Vorhängen, eingetrocknete Spassbäder. Aber auch: Vögel, die im stillgelegten Reaktor leben, Pflanzen, die Dächer und Strassen durchbrechen, und immer wieder Wasser, das die ehemals technisierte Welt durchflutet. Wenn der Mensch von der Erde verschwunden ist, erobert sich die Natur den Raum zurück, aus dem sie verdrängt oder wo sie zerstört wurde. Dokumentarfilmer Nikolaus Geyrhalter entwirft in fantastischen Bildern das Panorama einer Welt, die den Menschen nicht braucht
