Heremakono – En attendant le bonheur
Das Warten auf Glück prägt das Leben in einer mauretanischen Siedlung. Abdallah, ein junger kraushaariger Mann, kommt in die Stadt. Er spricht weder die lokale Sprache, noch gelingt es ihm, dem Leben im Haus der Mutter eine sinnvolle Perspektive abzugewinnen. Er fühlt sich fremd im eigenen Land. Mit diesem Blick von aussen bewegen wir uns durch die langsam und zauberhaft erzählte Geschichte.
Die Begegnung mit dem kleinen Khatra und seinem grossväterlichen Elektriker-Lehrmeister, dem dunkelhäutigen Maata, bringt Abwechslung. Da das Zimmer von Abdallah kein Licht hat, beauftragt die Mutter die beiden Elektriker für Strom im Zimmer zu sorgen. Doch nichts funktioniert und es kommt zu einem Elektrobrand auf dem Dach. Schön ist die lange, ruhige Szene, in der Khatra den Alten ermutigen will, es noch einmal zu versuchen, währenddem der bedächtige Maata, die Gefahr witternd, ins Rauchen flüchtet. «Was geschieht, wenn man stirbt?» will der Junge immer wieder von Maata wissen. «Was würde aus dir ohne mich?» herrscht Maata den unbotmässigen Jungen an. «Ein Elektriker», antwortet Khatra nach kurzem Zögern.
Mit seinem subtilen Sinn für Humor ist „Heremakono“ von Abdherrahmane Sissako sowohl melancholisches Verharren in der Sehnsucht als auch erleichtertes Aufatmen. Der ganze Film ist ein einziges Schweben zwischen Diesseits und Jenseits, Heimweh und Fernweh.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Heremakono – En attendant le bonheur», Mauretanien 2002, Regie: Abdherrahmane Sissako, Besetzung: Khatra Ould Abdel Kader, Maata Ould Mohamed Abdeid, Mohamed Mahmoud Ould Mohamad, Verleih: trigon-film, Internet: http://www.trigon-film.org
Kinostart: 18. September 2003
Ab 11. September in Zürich im „Lunchkino“
